Tabea Teichmann

Tierpflege-Assistentin

Mein Name ist Tabea und ich bin in Göttingen aufgewachsen. Von Kindesbeinen an, hat mich die Anwesenheit von Tieren mit tiefer Zufriedenheit erfüllt. Ich konnte gerade richtig laufen, da mussten mich meine Eltern auf einem Ausflug zwischen ausgewachsenen Schweinen wiederfinden, zu denen ich kurzerhand abgehauen war. Während meine Eltern weniger begeistert waren, saß ich völlig unbeschwert und glücklich zwischen den großen Tieren.

Die Freude an Tieren zog sich wie ein roter Faden durch mein Leben. Mein größtes Glück machten mir meine Eltern im Alter von neun Jahren, als unsere Terrierhündin bei uns einzog. Mit ihr verband mich eine innige Beziehung, die mich viel gelehrt hat und mein Leben stark geprägt hat. Wann die Faszination für Wölfe entstand, kann ich heute gar nicht mehr sagen. Ich weiß noch, dass ich gerade in die Schule gekommen war, als ich Collagen von Wölfen aus Zeitungsartikeln erstellte. Mein erstes Kuscheltier war ein Hund, mein zweites ein Wolf. Den ersten Wolfkontakt hatte ich im Alter von 13 Jahren bei der Mithilfe einer Handaufzucht von Wolfswelpen in einem Wolfcenter. Die Begeisterung für die Natur und Tiere zog sich dann auch beruflich durch mein Leben. Meinen ersten Minijob hatte ich in einer Hundeschule, gefolgt von einer Reihe von Praktika in der Wildtierbiologie, bei einem Rebhuhnschutzprojekt, in der Umweltbildung, in einer Wildtierauffangstation, auf verschiedenen Therapiehöfen, … und ich fing mein Biologiestudium an.

Nach meinem Bachelor stieß ich dann bei einer Internetrecherche durch Zufall auf die Kooperationsstudien von Hund und Wolf am WSC und bewarb mich für den Master in Human-Animal Interaction an der Veterinärmedizinischen Universität in Wien. Im Rahmen des Studiums hatte ich die Möglichkeit an einer wissenschaftlichen Studie zum Konfliktverhalten von Wolf und Hund mitzuwirken. Hier lernte ich das WSC nun erstmals aus nächster Nähe kennen und war sofort begeistert von der Arbeitsweise der Trainerinnen mit den Tieren. Einen so wertschätzenden und respektvollen Umgang mit Tieren hatte ich im professionellen Rahmen selten erlebt. Und hier erlebte ich bei einem Besuch bei Amarok im Gehege auch das erste Mal was für eine beeindruckende Ausstrahlung Wölfe haben können. Wildheit und gleichzeitige Sanftheit verbunden mit einer Wahnsinns Ruhe. Ich war schwer beeindruckt von diesem Erlebnis.

Für meine Masterarbeit verbrachte ich dann ein Semester in Florenz und arbeitete an Verhaltensstudien an den dort freilebenden Wölfen mit. Als ich nach dem Studium die Zusage für die Stelle zur Welpen Aufzucht im WSC bekam, war ich glücklich und super gespannt, was mich erwarten würde. Die Arbeit hier geht weit über die bloße Pflege und das Training der Tiere hinaus – es ist vielmehr eine Reise zu seinen eigenen Stärken und Schwächen, um den Tieren mit einer Souveränität und einer Offenheit begegnen zu können, die ihnen Sicherheit und Vertrauen vermittelt. Es erfordert viel Feingefühl und gleichzeitig mentale Stärke. Ich bin dankbar für Alles, was ich hier lernen darf und für die Möglichkeit Wölfen so nah sein zu dürfen – es ist einzigartig!