Leb wohl kleiner Ela Herzwolf!!

Lina Oberließen (Tiertrainerin)

16.08.2018

 

Liebe Ela,

leider mussten wir uns nach nur zwei Jahren viel zu früh von dir verabschieden. Du warst eine ganz besondere Wölfin und es war für uns alle ein großes Geschenk und eine Ehre, dich in deinem kurzen Leben begleiten zu dürfen. Wir werden dich sicher nicht vergessen und in diesen Zeilen möchten wir noch einmal zurückblicken auf unsere schöne gemeinsame Zeit, auf deine liebenswerten Eigenarten und auf die vielen besonderen Erlebnisse mit dir.

Als du noch eine Handvoll Wolf warst, wurdest du gemeinsam mit deinem Bruder Etu in unsere Obhut übergeben. Wie alle unsere Tiere bist du als kleines Flaschenkind hier am WSC aufgewachsen. Leider wurde schnell klar, dass du nicht ganz gesund bist und unter einem angeborenen Herzfehler leidest. Obwohl es dir gesundheitlich dadurch nicht immer ganz gut ging, war deine Krankheit auch mit gewissen Vorzügen und Privilegien verbunden, von denen andere Wölfe nur träumen können. So konntest du jeden Morgen und jeden Abend ein paar köstliche Eintagsküken verspeisen, in denen deine Herzmedikamente versteckt waren. Durch die oft notwendigen Sonderbehandlungen hast du dich mit der Zeit zu einer kleinen Feinschmeckerin entwickelt, der man längst nicht alles zum Fraß vorwerfen konnte. Das normale Trockenfutter war dir nicht genehm, es musste eine ganz bestimmte Marke sein. Auch die Standard Extrawurst konnte deinen feinen Gaumen nicht überzeugen und du hattest deine eigene Spezialsorte.

Du warst wohl der einzige Wolf, bei dem man jemals ein EKG Gerät bei vollem Bewusstsein anschließen konnte. Mit ein bisschen Training und Fleisch war das gar kein Problem für dich. Die Liste der „das hat noch nie ein anderer Wolf vorher gemacht“ Aktivitäten lässt sich noch fortführen. Als junge Wölfin bist du mehrfach in Begleitung eines Aufzieher-Hundes in der Box im Auto in die Tierklinik gereist, narkosefrei versteht sich. Auch dort warst du wolfsuntypisch extrem cool und hast dich einfach an deinen Hundemamas orientiert.

Aber dich hat nicht nur deine Krankheit ausgemacht, sondern in erster Linie deine liebe, sanft freche Art, mit der du nicht nur Besucher, sondern auch uns jeden Tag bezaubert hast. Du warst unser kleiner Grooming Star und hast zu gerne, in deinen Augen liebevoll, an unseren Armen geknabbert. Zu Hause konnte man dann stolz die kleinen blauen Flecken auf den Armen zählen und bewundern. Als Welpe hast du sehr gerne in der blauen Schwimmmuschel gebadet. Irgendwann hast du jedoch beschlossen, dass ein Indoor Pool eigentlich noch exquisiter wäre und hast versucht, die ganze Schwimmmuschel in das Welpenhaus hineinzuziehen. Auch bei unserer Pfoten Abdruck Aktion warst du der Star und hast nicht nur die Bilder, sondern das ganze Welpenhaus inklusive Wände mit deinen bunten Pfötchen geschmückt.

Für mich wirst du außerdem immer der erste Wolf bleiben, mit dem ich alleine auf Spaziergänge gehen durfte. Du warst immer sehr kooperativ, hast zu gerne auf Bänken und Tischen im Wildpark posiert und konntest es manchmal gar nicht erwarten, den Besuchern endlich die Pfote geben zu dürfen.

In deinem kleinen Rudel zusammen mit Maikan und Etu hast du dich sehr wohl gefühlt. Wenn man etwas Zeit hatte euch zu beobachten, konnte man die liebsten Spielepisoden beobachten. Deine zwei Jungs fanden dich schon richtig toll und waren auch dann lieb zu dir, wenn es dir mal nicht so gut ging. Ich glaube viele von uns hätten euch in einem Ranking zum harmonischsten Rudel des WSCs gewählt.

Es ist schon paradox, dass wir einen so herzensguten Wolf wie dich ausgerechnet durch einen Herzfehler verloren haben.

Aber wir sind uns sicher, dass du deinen Weg weiter gehst, egal wo du jetzt bist, und vielleicht treffen wir uns irgendwann irgendwo wieder.

Leb wohl kleiner Ela Herzwolf!!