Caroline Strieder

Praktikantin

Hallo, mein Name ist Caroline.

Ursprünglich und im Herzen bin ich ein Landkind, aufgewachsen in Kärnten und mittlerweile schon 23 Jahre in Wien im 22. Bezirk zu Hause.

In meiner Kindheit durfte ich keine Tiere haben, darunter habe ich sehr gelitten. Als ich endlich selbst entscheiden durfte, habe ich sofort Katzen, Hund und Ratten adoptiert und seither habe ich nie mehr ohne Tiere gelebt.Tiere haben für mich einen sehr hohen Stellenwert. Ohne sie fühlt sich für mich die Welt bedeutungslos an.

 

Mein Labrador/Deutsch-Kurzhaar Mischling "Sir Jeremy" (Facebook) war ein Goldschatz...bei jedermann beliebt, gehorsam, äußerst anpassungsfähig, somit überall mit dabei. 2012 habe ich die Hundetrainer Ausbildung gemacht. Das war ein wichtiger Grundstein, Hunde zu verstehen und von dem Dominanzgehabe wegzukommen in Richtung "Arbeiten auf Augenhöhe". Der Besuch im WSC war ein Modul davon. Die Wölfe und dieser Ort hier haben mich sofort in Ihren Bann gezogen und mein Traum hier zu arbeiten war geboren. Ich habe mir daraufhin die 3 Teilige ORF Dokumentation "Mit Wölfen unter einer Decke" angesehen, die dieses Gefühl noch mehr verstärkt hat.

 

Im Zuge meiner Hundetrainerausbildung machte ich ein 1-Jähriges Praktikums im Tierschutzhaus Vösendorf. Dort habe ich einige tolle HundetrainerInnen, die mit positiver Verstärkung trainieren und viele arme Hundeseelen kennengelernt. Ich habe mich schockartig in Gina verliebt, eine 1 1/2 jährige Rottweiler Hündin. Sie war schrecklich unsicher. Sie konnte weder mit Menschen, ihren fahrbaren Untersätzen noch mit Artgenossen oder mit anderen Tieren umgehen. Gina ging bei jeder Situation nach vorne - also „fight“. Ich fing an, sie als mein persönliches Projekt zu betrachten. Entgegen allen Prognosen, schaffte ich es sie in unzähligen „social walks“ mit meinen souveränen Jeremy zu vergesellschaften. Sodass ich Gina dann einen Gnadenplatz bei mir zu Hause schenken konnte. Dort ging die Arbeit dann weiter. Jeremy war ein souveräner support für sie, doch trotzdem hätte sie am liebsten alles attackiert, was ihr am Weg begegnet ist. Jeder Spaziergang war ein Spießrutenlauf- vorausschauendes Spazieren wie Autofahren. Zu Hause verteidigte sie Ressourcen. Selbst ein schlichter Kugelschreiber, der mir am Boden fiel, wurde ernsthaft verteidigt. Ähnliches durfte ich Weihnachten kurz vor der Bescherung erleben. Als Gina die Geschenke noch vor der Familie fand...alles gehörte ihr. Heute denke ich schmunzelnd an diese wundervolle Hündin zurück, meiner bisher größten Lehrmeisterin. Insgesamt waren es eine Handvoll Menschen, mit denen Gina kooperiert hat, und ich war eine davon. Sie war der Clown der Hundewelt und eine große Kuschlerin. Ich habe gelernt... jeden Tag, jede Minute, die ich mit ihr verbringen durfte: Sich zurücknehmen, Geduld, Vertrauen und Ruhe in die Arbeit mit ihr zu bringen. 

 

Als mein Sohn 1 Jahr alt war und Jeremy 14 Jahre (mittlerweile im Hunderollstuhl), mussten wir uns von ihm verabschieden. Unsere Katze Matilda verhält sich zwar mehr wie ein Hund als wie eine Katze, aber ich wollte unbedingt, dass mein Kind auch weiterhin mit einem Hund aufwächst und diese Verantwortung kennt. Lange ging es nicht... so wie der Schauspieler Heinz Rühmann schon sagte: "Man kann ohne Hund leben - aber es zahlt sich nicht aus". So kam der griechische Streuner Montana zu uns.

 

In der Kinder Karenzzeit / Corona Zeit hatte ich viel Zeit zum Nachdenken. Nach 15 Jahre Selbstständigkeit in der Kosmetikbranche war es Zeit für mich etwas Anderes zu machen. Etwas für das ich mein ganzes Leben lang schon brenne. Ich will die Ausbildung zum Tierpfleger machen und in Folge mit Wildtieren arbeiten. So startete ich als Quereinsteigerin in einer Tierklinik als Ordinationsassistenz. Ich liebe die Medizin und für kranke Tiere da zu sein. Es zog mich immer zu den ängstlichen und unsicheren Tieren die keiner betreuen wollte.

Nach 1 1/2 Jahren Tierklinik und einigen Praktikumstagen im Affenrefugium und im Papageienschutzzentrum habe ich die Rückmeldung vom WSC bekommen, dass eine Stelle als Praktikantin frei geworden ist. Ich konnte mein Glück kaum glauben, dass ich die Chance bekomme meine letzten Praktikumsmonate bei den Wölfen und Hunden im WSC verbringen zu dürfen. Seit meiner Hundetrainerausbildung wünsche ich mir einen Platz hier im Wildpark bei den Wölfen. Jetzt bin ich da und für jeden einzelnen Tag so dankbar. Die Zeit hier bestätigt mir wiederum, dass ich beruflich genau das will: Wolfstrainerin werden!