Neujahr

Klaudia Tondos

11.01.2019

 

Silvester bedeutet für die Meisten das vergangene Jahr Revue passieren zu lassen und uns auf die Herausforderungen und Freuden des kommenden Jahres einzustimmen. Für mich bedeutet es auch auf die Erfahrungen aus einem halben Jahr am WSC zurückzuschauen und auf die weiteren Monate hier vorauszublicken.

Als ich im Juli am Wolf Science Center angekommen bin sind alle unter der Hitze eingegangen. Wie erste Tage bei einer neuen Aufgabe nunmal oft sind, ging es ziemlich hektisch zu. Ich musste rasch alle Regeln und Gepflogenheiten, wie z. B. das Zubereiten der Fleischportionen lernen. Dazu musste ich mich daran gewöhnen einen Wagen dreifach so groß wie mein übliches Auto zu fahren. Aber trotz all dieser kleinen und manchmal auch großen Herausforderungen habe ich mich schnell ans Landleben gewöhnt und bin in meinem neuen Zuhause angekommen. Und mit meinem ersten wölfischen Küsschen (danke Tala und Chitto:) ) war ich am Haken.

Dann stand auch schon der Herbst vor der Tür. Das Farbenspiel verwandelt die Welt in eine romantische Kulisse und macht den Herbst zu meiner liebsten Jahreszeit. Und der das WSC umgebende, in allen Farben erstrahlende Wald ließ mich erst recht in diesen Ort verlieben. Aber während die Wölfe flauschiger wurden, wurden die Tage immer kürzer. Und weil wir nach Sonnenuntergang keine Beobachtungen oder Tests mehr an und mit den Wölfen durchführen können, musste ich schnell lernen die täglichen Aufgaben in einem engeren Zeitrahmen zu verrichten. Was aber auch den Vorteil mit sich brachte, dass wir die langen düsteren Abende in Film- und Spielabende verwandelten, was keinem so wirklich lästig ist.

Und mit dem Winter entwickelten sich die Wölfe in noch größere und majestätischere Wesen (bis auf unsere einmalige Taima, die beständig heult wie ein wütendes Huhn und die in ihrem zersausten Look jede Jahreszeit rockt). Die Hunde lassen sich keine Gelegenheit nehmen, um im Schnee herumzutollen und auch unsere zweibeinigen Teammitglieder wirken besinnt und fröhlich… Naja, außer es ist mal wieder Zeit uns durch die beeindruckend großen Schneeverwehungen zu kämpfen oder sich den ganzen Tag lang während Beobachtungen und Tests mit den Gezeiten herum zu schlagen. Die Arbeit hier ist im Winter körperlich deutlich anspruchsvoller, sodass ich immer mehr zu schätzen lerne, dass ich in meinem Projekt viel Zeit vor dem Computer verbringen muss.

Schlussfolgernd, 2018 war eines meiner besten Jahre bisher und das vorallem dank des WSC. Ich habe wunderbare Freundschaften schließen können, die ich hoffentlich noch lange nach dem Ende meines Praktikums weiter pflegen kann. Ich habe Dinge erlebt, die ich mir in meinen kühnsten Träumen nicht hätte ausmalen können. Dabei war es nicht immer nur ein Zuckerschlecken: in der Zusammenarbeit mit Tieren läuft es an den meisten Tagen nicht nach Plan und man wird herausgefordert und manchmal auch gestresst. Aber das feit einen nicht vor Ereignissen wie denen die im August eintraten, als wir uns von unserer geliebten Wölfin Ela verabschieden mussten. Dennoch bin ich dankbar, dass ich Ela in dieser kurzen Zeit kennen lernen durfte.

Alles in Allem bin ich froh über all die kleinen Dinge: die Guten, die mich glücklicher gemacht haben, und die Schlechten, die mich stärker gemacht haben.

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