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Tagebucheintrag, 29.01.2012, Laura Huber-Eustachi
Hallo, ich bin Laura und mache für 5 Monate ein Praktikum am WSC. Ich komme aus Deutschland und habe dort Geographie und Naturschutz studiert, wobei die Fachrichtung „Wildtierökologie“ mich besonders fasziniert hat und einer der Gründe ist, warum ich hierher wollte.
Begeistert bin ich, von der Lage, von dem Schloss und den Wäldchen darum, in denen man auf überwachsene Statuen und Bänke an Hängen mit beeindruckender Aussicht trifft. Das Wolfsforschungzentrum liegt sehr schön, am Hang und mit dem Wildpark darum. So komme ich dazu, täglich auch mit Eseln in allen Größen, Schafen mit und ohne Hörner, Ziegen, Schweinen in wild, hängebäuchig oder riesig (und mit lustigen Namen wie „Schinken“), Frettchen und vielen anderen Tieren zu tun zu haben.
Am spannendsten ist natürlich die Arbeit mit den Wölfen und Hunden. Bei der direkten Begegnung mit einem der Wolfsrudel im Gehege („Pack meeting“) hat mir Wapi so oft über das Gesicht samt Brille geschleckt, dass ich gar nichts mehr sehen konnte. Es ist ein tolles Gefühl den Tieren so nah zu sein.
Mir bereitet es große Freude, das Geschehen zu beobachten. Neueste Entdeckung: Vor dem Testgebäude am Gehege steht manchmal eine Box mit dem Futter, mit dem wir die Wölfe in das Shifting-System locken und belohnen. Ein frecher Kleiber kommt immer wieder und klaut einzelne Futterbrocken, die verhältnismäßig viel zu riesig für den kleinen Vogel scheinen, um sie in der Rinde einer der großen Eichen zu verstecken, die im Gehege von Nanuk, Yukon und Wapi stehen.
Ein Projekt habe ich hier auch, ich werde bestimmte Schlüssel-Situationen im Umgang der Trainer mit den Wölfen und Hunden filmen und auswerten. Denn obwohl die Tiere sehr unterschiedlich sind, ist das Ziel, sie alle relativ gleich zu behandeln. Dazu gibt es bestimmte Regeln oder eine Art Standard-Umgang. Ob und wie sich dieser je nach Trainer-Tier-Kombination unterscheidet werde ich versuchen herauszufinden. Das heißt jetzt konkret für mich, erstmal alles zu filmen, immer mit der Kamera den Trainern hinterher. Und die Trainer laufen viel am Tag, die Hälfte davon bergauf!