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Tagebucheintrag, 25.06.2011, Susanne Wißhak
Wir vom Wolfsforschungszentrum sind zwar ein Forschungsinstitut, es liegt uns aber fern, uns deswegen im Elfenbeinturm der Wissenschaft ein zu schließen. Deswegen gibt es unsere zahlreichen Besucherprogramme: die Führungen, Wolfs-Spaziergänge, Howl-Nights etc. Außerdem haben wir Kooperationspartner, die sich ganz praktisch mit den Nachfahren der Wölfe, mit Hunden und deren Erziehung auseinander setzen. Einer davon ist Erik Kersting, bei dem zwei unserer Trainerinnen eine Ausbildung zum Hundeerzieher und Verhaltensberater machen. Er leitet seit 1996 mit seiner Frau das Hundezentrum „canis familiaris“ in Norddeutschland. Teil dieser Ausbildung ist ganz aktuell ein Wochenendseminar beim WSC, wo die zukünftigen Hunde-Spezialisten Wölfe beobachten und sich so mit der Stammform des Hundes (übrigens canis lupus forma familiaris) auseinander setzen. Zum Beispiel müssen die Teilnehmer durch die Beobachtung der Interaktion zwischen den einzelnen Rudel-Mitgliedern die Rangordnung herausfinden.
Durch das Erforschen der Stammform Wolf lässt sich viel auf Verhalten und Bedürfnisse des Hundes schließen, es gibt aber auch Unterschiede. Diese Parallelen und Unterschiede sind unter anderem, was uns hier am WSC interessiert und unsere elf Wölfe und acht Hunde helfen uns, Licht ins Dunkel des Caniden-Verhaltens zu bringen.