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Tagebucheintrag, 13.08.2010, Angelica da Silva - Vasconcellos
Die ersten Ergebnisse des Stress-Monitorings bei unseren Wölfen sind bereits analysiert! Tägliche Verhaltensbeobachtungen und Kotproben, die während des Winters gesammelt wurden, lieferten uns interessante Informationen: der Stresslevel, bewertet durch Kortisol-Stoffwechselprodukte (eines der wichtigsten Hormone in Verbindung mit Stress), die im Kot der Tiere vorhanden waren, korreliert mit der Hierarchie der Tiere! Das höchste Tier in der Rangordnung (Kaspar) war der Wolf mit der höchsten Kortisolkonzentration.
Das ist keine Überraschung, wo doch Wölfe sehr sozial sind, und es ist bekannt, dass in Wolfsrudeln zwei der wichtigsten Faktoren, die das Wohlergehen der Tiere beeinflussen, ihre sozialen Beziehungen und ihre Rolle in der Gruppe sind. Diese Ergebnisse entsprechen jenen, die für wilde Wölfe berichtet wurden, aber eine Studie wie diese – mit Verhaltensbeobachtungen und Kotproben – wurde bis jetzt noch nicht in Gefangenschaft durchgeführt.
Allerdings war das Ausmaß der aggressiven oder freundlichen Interaktionen nicht von den Kortisolkonzentrationen abhängig. Das heißt, auch wenn höherrangige Tiere öfters in aggressive Auseinandersetzungen verwickelt sind, ist dies nicht der Grund für die höhere Kortisolkonzentration im Kot. Es scheint, dass das Aufrechterhalten der Dominanz besondere Aufmerksamkeit sowie weitere Führungsqualitäten erfordert als lediglich die Interaktion mit anderen Rudelmitgliedern.
Diese von uns erarbeiteten Ergebnisse wurden bereits im Canine Science Forum, einem großen wissenschaftlichen Kongress an der Universität Wien, der von 25. Bis 28. Juli stattgefunden hat, veröffentlicht. So tragen unsere Wölfe zum Wissen über das Verhalten dieser Spezies bei und werden nebenbei auch noch berühmt.