Première : Heulnacht im Wolfsforschungszentrum

Bilder des Tages (10 Bilder)
Die Generalprobe für unsere "Howl Night" hatten wir ja schon im letzten Jahr. Auf Grund der sehr positiven Besucher-Resonanz damals - erlebten wir nun diesen ersten Freitag im Juni als unsere WSC-Première. Um es vorwegzunehmen : Sie war spannend bis zum Schluss !
Alex hatte zwei wunderschöne, sehr dekorative Scheiterhaufen und mehrere Schwedenlichter-Säulen vorbereitet.
Der Platz war perfekt : Eine schöne Lichtung im Wildpark, geschützt vom Dach herrlich alter, hoher Bäume.
Susanne und unsere Studenten organisierten mit Begeisterung das ganze Drum Herum : gemütliche Sitzbänke, Tische mit div. "Grillgut", dazugehörende Holzsteckerln zum Grillen, Getränke und vieles mehr.
Damit unsere Geschichtenerzählerin Sabina auch von allen gut gehört werden konnte, wurde die nötige Elektronik wie Lautsprecher abseits durch einen Baldachin geschützt : sicher ist sicher...
Und das war auch gut so : denn ca zwei Stunden vor Beginn - der für 19 Uhr angesetzt war - begann es zu regnen. Zuerst ganz schön heftig, dann tröpfelte es dahin...
Doch der Enthusiasmus im Team war so groß, dass sich niemand abschrecken ließ.
Kurz vor 19 Uhr traf ich am Parkplatz Kurt, der - bestens gelaunt - gerade mit einer bereits eingetroffenen Besuchergruppe den ersten Rundgang zu den Wölfen startete.
Als ich am Grillplatz ankam, war alles erstaunlich trocken - geschützt durch den herrlichen alten Baumschirm.
Sicher hatten sich ein paar Besucher vom Regen abhalten lassen, die meisten aber waren gekommen. Die Vorfreude war eben genauso groß wie bei uns selbst.
Alex entpuppte sich als wahrer Meister des Feuers. Seine Feuerstellen verzauberten den Platz und erzeugten die richtige Hintergrundstimmung für Sabina, unsere Geschichtenerzählerin.
Sabina ist Kommunikationswissenschaftlerin und hat in ihrer Einleitung zurest einmal alte Wolfsmythen im Lichte verschiedener Kulturkreise beleuchtet.
Schließlich erzählte sie aus der Edda ( Nordische Mythologie ) die gar schaurige Geschichte "Der Fenris-Wolf".
Die zweite Geschichte hatte einen etwas höheren Bekanntheitsgrad bei den Besuchern und war nicht ganz so schrecklich : Die Gründung Roms durch "Romulus und Remus".
Und zu guter Letzt hörten wir noch ein Indianisches Märchen : "Die Knochenfrau".
Fragen und Diskussion waren erwünscht, den Mut dazu werden wir wohl beim nächsten Mal noch etwas anheizen müssen.
Immerhin hatte Kurt die Lacher auf seiner Seite, als Sabina ihn fragte, ob er das Säugen von Romulus und Remus durch eine Wölfin für realistisch halte.
Kurt's launige Antwort - der mit seiner Frau Rosemarie im Publikum saß - : "Also, bei uns war das anders....".
Und schließlich - bei völliger Dunkelheit - begann dann im dahinter liegenden Gehege " Die Wolfspräsentation" :
Das WSC hatte das Welpengehege ausgewählt, weil es in der Nähe, überschaubar war und gut ausgeleuchtet werden konnte .
Akteure : Unsere beiden Wolfsforscherinnen Friederike Range und Zsofi Viranyi, unsere Wolfstrainerin Rita Takacs und - nicht zuletzt - unser Amerikanisches Wolfsrudel mit Nanuk, Yukon, Tatonga und Gironimo. Gut zwei Jahre alt.
Prof. Kurt Kotrschal stand draußen im Dunkeln beim Publikum und moderierte die sehr eindrucksvolle Performance im hell beleuchteten Gehege.
Das Publikum war derart beeindruckt von dem faszinierenden Vertrauensverhältnis zwischen Tier und Mensch, dass es schließlich doch noch viele Fragen stellte, die Kurt gerne alle beantwortete.
Und zum Abschluss gab es Wolfsgeheul.
Natürlich, denn es war ja auch die "Howl Night"...
Einige Eindrücke dieser Nacht sind auf den beigefügten Fotos eingefangen. Die schönsten davon wurden von Walter Vorbeck geschossen, der sie uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Danke, Walter !
Wer aber die lebendige Atmosphäre unserer "Howl Night" selbst erleben will, der kommt am besten persönlich vorbei - an einem ersten Freitag im Monat .
Das Heulen von Nanuk, Tatonga, Yukon und Gironimo klang noch lange in der Dunkelheit nach und ganz langsam sickerte ins Bewußtsein der Menschen eine Ahnung, wieso ausgerechnet der Wolf so viele Mythen, Märchen und Sagen über Jahrtausende um sich ranken konnte .......
Und genau auf diese Spur begibt sich unser Wissenschaftliches Projekt.