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Tagebucheintrag, 06.11.2011, guest
Ständig tut sich was bei uns, wenn man nicht genau aufpasst kann man da schon leicht die Übersicht verlieren. Die letzten Wochen war es besonders schwer am laufenden zu bleiben, welcher Wolf gerade welches Gehege bewohnt. Unser Amerikanerrudel hatte nämlich einige Auseinandersetzungen. In der Natur würde sich das Rudel normalerweise in solchen Situationen aufsplitten, in einem eingezäunten Gehege hingegen wie wir es haben, war es an uns rechtzeitig einzugreifen. Somit wurde das Rudel bestehend aus Geronimo (m), Tatonga (w), Yukon (w) und dem Alpha-Tier Nanuk (m) getrennt. Während Nanuk und Yukon in ihrem bisherigen Territorium blieben, wurden Geronimo und Tatonga in ein leeres Gehege gebracht. Da wir aber unsere Tiere langfristig nicht nur paarweise halten wollen, versuchten wir unsere beiden jüngsten Wölfe Wapi und Kenai mit Nanuk und Yukon zu integrieren. Bei einer vom Menschen durchgeführten Rudelzusammenführung muss alles langsam und sehr vorsichtig voran gehen, da die Tiere sich nicht so einfach aus dem Weg gehen können wie dies in der Natur der Fall wäre.
Deswegen wurden Nanuk und Yukon für einige Tage getrennt und in zwei aneinanderliegende Gehege gebracht. Um sich einzeln an die „Neuen“ zu gewöhnen, wurde Kenai zuerst Nanuks Mitbewohner und Wapi kam zu Yukon ins Gehege. Dies verlief ohne größere Probleme, da die beiden älteren eindeutig ihre Dominanz gegenüber Wapi und Kenai demonstrierten und diese sich ohne Probleme unterordneten. Jedoch konnte man schon nach kurzer Zeit eine bestimmte Zuneigung zwischen Wapi und Yukon erkennen. Nach wenigen Tagen wurden die Konstellationen getauscht, Wapi kam zu Nanuk und Kenai zu Yukon.
Als wir der Meinung waren, dass sich alle 4 Tiere genug beschnüffelt hatten, kam nun der spannendste Moment. Wie würden die Wölfe reagieren, wenn sie nun alle gemeinsam aufeinandertreffen? Nanuk und Yukon wurden wieder gemeinsam in ihr altes Gehege gebracht und als erstes wurde Wapi zu ihnen gelassen. Nanuk ließ keinen Zweifel daran, dass er das Alpha Tier ist und bleibt, wodurch Wapi in geduckter Haltung lief und beide vorsichtig beschnüffelte. Nachdem sich die Situation einigermaßen beruhigt hatte, wurde nun auch Kenai dazugelassen. Wieder demonstrierte Nanuk souverän seinen Dominanzstatus, und Kenai ordnete sich unter. Jedoch war die Liebe Wapi’s zu Yukon sehr groß und die beiden beschnüffelten sich freudig. Dies gefiel Nanuk gar nicht, da Yukon doch seinem Rudel angehörte und somit sein Mädchen war. Auch wenn Yukon ihr Alpha-Männchen sicher nicht aufgibt, gefällt ihr die Aufmerksamkeit des jungen Wapi nur zu gut.
Obwohl, oder gerade weil Wapi und Kenai gegenüber Nanuk sehr zurückhalten sind, und meist geduckt an ihm vorbeischleichen kann man von einer erfolgreichen Rudelzusammenführung sprechen.
Und wenn Nanuk etwas weiter entfernt ist oder gerade schläft, kann man manchmal sehen wie Yukon und Wapi Zärtlichkeiten austauschen.