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Tagebucheintrag, 04.12.2011, guest
Als Studentin hilft man am WSC bei allen möglichen Dingen mit, aber am schönsten und interessantesten ist es immer, wenn man bei den Kognitionsversuchen helfen kann. Einen Versuch, welcher mich besonders fasziniert hat, möchte ich hier kurz vorstellen.
Unsere Trainerin Marleen bat mich, in den Testraum mitzukommen und alles auf Video aufzunehmen, wie das bei uns oft der Fall ist. Ich hatte keine Ahnung was auf mich zukommen würde, alles was ich wusste, war dass der Test „Exchange“ genannt wird.
Etwas wunderlich war es schon, als sich Marleen in einer Ecke des Testraumes hinter einer Gitterabsperrung verschanzte, ausgerüstet mit genügend Trockenfutter, Wurst- und Fleischstücken. Der Hund (Meru) hingegen konnte sich hingegen vor dem Gitter frei bewegen (war jedoch aufgrund Marleens Futtervorräten diesem Ort sehr zugetan).
Zu Beginn fand ein kurzer Vortest statt, bei welchem die Futterpräferenz des Tieres für diesen Tag getestet wurde. Das war sehr einfach für Meru, denn er bekam einige Male hintereinander jeweils einen Teller mit einem Stück Fleisch und einen mit Wurst angeboten, und durfte sich entscheiden welches der beiden er essen wollte.
Danach kam der wirklich interessante Teil, bei welchem ich aus dem Staunen gar nicht mehr raus kam.
Marleen stellte eine Platte mit 2 Schienen vor sich auf den Boden. Die Schienen konnten unter dem Gitter zu Meru geschoben werden. Zuerst zog Marleen die Aufmerksamkeit Merus auf sich, indem sie ihm ein Stück Trockenfutter und ein Stück Fleisch zum beschnuppern zeigte. Während sie Meru das Stück Fleisch immer noch vor die Nase hielt, legte sie das Stückchen Trockenfutter auf eine der beiden Schienen und schob es unter dem Gitter hindurch zu Meru. Dieser würdigte diesem nur einen kurzen Blick und konzentrierte sich weiterhin auf das Fleisch. Nach etwa 2 Sekunden legte Marleen das Fleisch auf die andere Schiene, beließ es allerding bei sich. Meru hingegen wusste schon genau was zu tun war. Er stieß die Schiene mit dem Trockenfutter an und schickte es zu Marleen zurück, woraufhin diese als Austausch („Exchange“) das Fleisch auf seine Seite schob, und Meru es gierig fressen konnte. Dies wurde viele Male wiederholt, und auch mit Wurst statt Fleisch wiederholt. Meru hatte, vermutlich aufgrund der vielen leckeren Belohnungen, eine Menge Spaß und ich war unheimlich fasziniert, was unsere Hunde so alles lernen können.
Carina Hampl