Mein Besuch bei den Wölfen

Tagebucheintrag, 02.12.2008, guest

Mein Name ist Erik Kersting und ich komme aus Roetgen bei Aachen in Deutschland.

Shima mit Erik
Bilder des Tages (2 Bilder)   

Seit Morgens waren wir im Wolfsgehege. Heute war erstmal Kot wegräumen angesagt, da fast der komplette Schnee geschmolzen ist und nun auch die Kothaufen, die im Schnee eingebettet waren, heraus gekommen sind. Da ich für die Wölfe noch zu fremd war, durfte ich nicht mitmachen. Um den Stress für die Wölfe zu minimieren, dürfen fremde Menschen nur im vorderen Bereich des ersten Geheges. Hier blieb ich nun stehen und konnte den Wölfen zu sehen, wie sie interessiert den beiden Damen bei Kot wegräumen zusahen.
Beeindruckend auch hier wieder für mich, wie sicher die erblindete Wölfin das Geschehen mitbekam und verfolgte. Auch war heute kurz zu sehen, wie sie sich trotz Blindheit am Flügelschlag einer Krähe sich auf die Jagd nach ihm orientierte. Nach der Sammelaktion waren die vier Herrschaften so erschöpft, dass sie bis mittags schliefen. Dies war für Steffie nicht schön, da sie so nun schlafende Wölfe beobachten und dementsprechend aufzeichnen musste.
Bea und ich haben uns in dieser Zeit Videos der Arbeit mit den Wölfen angesehen(Spaziergänge mit den Wölfen, Touchscreen-Test, etc.) und sie hat mir von den Ergebnissen berichtet.

Wie die Wölfe wieder wach waren, hat Bea Shima an die 10 Meter-Leine genommen und ist mit ihr eine große Runde durch den Tierpark gegangen. Anschließend nahm sie Kaspar und ging mit ihm. Steffie und ich konnten nun die zurück gebliebenen Wölfe beobachten und von Raufspiel, zu Jagdspiele bis hin zum Chorheulen alles beobachten. Auch war dies nun gut für die Aufzeichnungen für Steffie, die natürlich nicht nur schlafende Wölfe beobachten möchte.

Nachdem alle Wölfe wieder da waren, war die Aufregung für die Wölfe auch mal wieder überstanden und sie fingen wieder an zu schlafen. Nachdem sie wach waren, wurden Steffie und ich von Bea in die Arbeit mit den Wölfen involviert. Nun war das Füttern aus der Hand angesagt. Alle vier Wölfe mussten ihr Futter sich bei uns abholen. Sogar zu mir, als absolut Fremder, kamen außer Kaspar alle. Er ist noch ein bisschen skeptisch, aber er kommt schon recht nah und Futter vom Boden nimmt er schon von mir. Auch konnte ich die Wölfen, die zu mir kamen, schon „Sitz“ und „Pfote“ sagen und sie taten es auch schon fast immer. Es war schon ein tolles Gefühl.

Nach dem wir nun so eine halbe Stunde gefüttert hatten, gingen wir wieder in die Unterkunft und die Wölfe taten das, was sie am liebsten nach einer Anstrengung machen, schlafen. Nach und nach wurde es nun dunkel und wir wollten alle nach Hause, es war mal wieder ein langer Tag gewesen und man war voll von neuen Eindrücken. Ich setzte mich noch für eine Weile draußen auf die Bank und wollte einfach abschalten. Da kamen die Wölfe immer näher und Aragorn, Taya und Shima nahmen so nach und nach aus meiner Sicht sozialen Kontakt auf und ließen sich von mir am Schnauzenbereich kraulen. Dies lief mit soviel Ruhe und Zutrauen ab, dass es für mich ein total schönes Gefühl gewesen ist. Es war für mich der Höhepunkt des Tages.


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