Christina Wolf, 16.05.2012
Heute wollen wir über unser neues „Männerrudel“ berichten. Innerhalb weniger Stunden konnten …
News, 07.03.2011, Zsófia Virányi
Geburtenkontrolle beim WSC – vielen Dank an ein tolles Team mitwirkender Tierärzte!
Viele, Viele fragen sich ob wir planen, mit unseren Wölfen und Hunden am WSC jemals zu züchten. Die Antwort auf diese Frage ist „Ja und Nein“. Im Wolfsforschungszentrum hat jedes Tier einen großen Wert da wir viel Zeit und Zuwendung in die Aufzucht, das Training und die Versuchs-Routine jedes Einzelnen investieren. Wenn wir zuließen dass sie sich jedes Jahr fortpflanzen, würden wir wahrscheinlich ältere Tiere verlieren während die jüngeren groß werden, da die Gehege nur eine begrenzte Anzahlt von Tieren aufnehmen können. Deswegen brauchen wir Geburtenkontrolle. Es gibt auch schon für Tiere verschiedene hormonelle Behandlungen die ihre Reproduktivität kontrollieren können. Jedoch beeinflussen diese hormonellen Behandlungen auch sehr das Sozialverhalten der Tiere (z.B. sorgt eine Reduktion des Testosteron-Levels bei Männchen dafür, dass sie sich nicht fortpflanzen können, sie setzt aber auch das Aggressions-Level herunter und könnte damit ihren Abstieg in der Rangordnung bedeuten), was wir vermeiden wollen. Deswegen ist die Vasektomie (das Schließen der männlichen Samenleiter) die einzige verlässliche Lösung. Lange haben wir die Möglichkeit einer reversiblen Vasektomie diskutiert (also die zeitweise Schließung der Samenleiter sodass sie wieder geöffnet werden können wenn wir mit einem bestimmten Männchen züchten wollen) aber dies scheint nicht einmal bei Menschen richtig zu funktionieren, obwohl hier die Methoden am besten entwickelt sind. Des Weiteren besteht eine ernsthafte Beschränkung darin, dass es leicht sein kann dass Bruder und Schwester die Positionen des dominanten Männchens und des dominanten Weibchens in unseren Rudeln übernehmen (die nahe Verwandten Kaspar und Shima führen z.B. gerade das „Schwarze Rudel“ an). Es ist jedoch nicht das Beste wenn Rudel-Geschwister sich untereinander verpaaren. Aus diesen Gründen haben wir uns dazu entschlossen, alle unsere Rüden zu sterilisieren, nachdem wir von denen, mit denen wir in Zukunft züchten wollen, Samen gesichert haben. Der Samen kann gefroren für viele Jahre aufbewahrt werden und eine künstliche Besamung kann uns helfen, nicht verwandte Individuen genetisch miteinander zu verpaaren. All dies ermöglicht es dass unsere Tiere ihrem natürlichen jährlichen Rhythmus folgen und ihr natürliches Sozialverhalten zeigen können ohne die Gefahr Nachwuchs zu zeugen, für welchen wir eventuell nicht die bestmöglichen Lebensbedingungen bieten können.
Diese ernsten Entscheidungen basieren auf dem Rat eines großartigen Teams von Tierärzten und wurden durch ihre Zusammenarbeit realisiert. Nanuk und Apache wurden am 5. Januar 2011 operiert. Beide hatten ein abdominales Testikel, welches eine laparoskopische Operation notwendig macht. Am 22. Februar haben wir den Samen von Aragorn, Cherokee und Geronimo gesammelt. Die Ausrüstung für die Eingriffe wurde von der tierärztlichen Universität Wien, Dr. Buchmayers Praxis und der Karl Storz Endoskop Österreich GmbH zur Verfügung gestellt. Vielen Dank an Alle, die uns bei den verschiedenen Schritten dieser komplizierten Prozedur geholfen haben!
Elektroejakulation:
Uni.-Prof. Dr.med.vet. Chris Walzer, Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie
Dr. Robert Hermes, Forschungsgruppe Reproduktionsmanagement, Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung, Berlin
Begutachtung, Sammeln und Aufbewahrung des Samens:
A.Prof.Dr. Sabine Schäfer-Somi und Kollegen, Sektion Besamung und Embryotransfer, Department für Kleintiere und Pferde, Veterinärmedizinische Universität Wien
Dr. Cheryl Asa, Saint Louis Zoo
Laparoskopische Vasektomie:
O.Univ.Prof. Dr. Gilles Dupré und Kollegen, Kleintierchirurgie, Augen- und Zahnheilkunde, Department/Universitätsklinik für Kleintiere und Pferde, Veterinärmedizinische Universität Wien
KARL STORZ Endoskop Austria GmbH
Vasektomie:
Dr.med.vet. Mathilde Buchmayer, Steinbach
Anästhesie:
Dr. med.vet. Christoph Peterbauer und Kollegen, Anästhesiologie und perioperative Intensivmedizin, Department/Universitätsklinik für Kleintiere und Pferde, Veterinärmedizinische Universität Wien