Kognitive Fähigkeiten und emotionaler Hintergrund in der Entwicklung von Kooperation

Antragsteller Friederike Range & Zsófia Virányi
Geldgeber FWF - Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung
Laufzeit 2009-2012
Wissenschaftliche Mitarbeiter Lucia Moretti, Ewelina Utratra, Caroline Ritter
Publikationen Das Folgen von Blicken bei Wölfen;
Verständnis der Verbindung zwischen Hilfsmittel und Endzustand: Ein Seilzieh Versuch;
Mengenunterscheidungen bei Wölfen

Kooperation ist ein fundamentaler Aspekt unserer Gesellschaft und hat das Interesse vieler Forscher sowohl in der Psychologie als auch in der Wirtschaftswissenschaft geweckt. Die kooperativen Fähigkeiten der Menschen sind außergewöhnlich, aber erst ein Vergleich mit Tieren ermöglicht ein Verständnis der proximaten Mechanismen von Kooperation, deren  evolutionären Ursprungs, deren funktionaler Relevanz sowie deren Entwicklung. Ziel unseres Projektes ist, mit neuen Ansätzen einen Einblick in die mechanistischen Grundlagen und evolutionären Funktionen von Kooperation und deren ontogenetischer Entwicklung zu gewinnen.

Bei Hundeartigen ist Kooperation die Basis des Sozialsystems. Wölfe und Hunde sind daher ein ideales  Modellsystem, um Kooperation mit Artgenossen und mit Menschen genauer zu untersuchen.

Zwei Wolfsrudel (gesamt 16–20 Tiere) und zwei Hundegruppen (20 Tiere) sollen etabliert werden, indem die Tiere kontrolliert von Menschen aufgezogen werden. Die emotionale Entwicklung als wichtiger Motivationshintergrund für Kooperation wird analysiert, indem die sozialen Beziehungen innerhalb der Gruppen und die Reaktion auf die physikalische Umwelt durch eine Reihe von Tests untersucht werden. Cortisolbestimmung aus dem Speichel erlauben eine Beurteilung der akuten Stressbelastung und damit auch der Persönlichkeit der Tiere, sie sind daher eine wichtige Ergänzung zu den Tests. Die Entwicklung der geistigen Leistungen, die für eine erfolgreiche Kooperation notwendig sind, wird analysiert, indem soziale Aufmerksamkeit und das Verständnis zwischen Ursache und Wirkung getestet werden. Eine Wiederholung dieser Tests in gewissen Zeiträumen ermöglicht es, die emotionale und kognitive Entwicklung zu verfolgen.

Wenn die Tiere erwachsen sind, werden ihre potentiellen Kooperationsfähigkeiten mit Artgenossen und mit Menschen in einem Neophobie-Test und in dem Seilzieh-Test analysiert. Die unterschiedlichen Kooperationstests ermöglichen es, z. B. das Verständnis zwischen Ursache und Wirkung zu untersuchen (kognitives Verständnis) oder die Abhängigkeit der Kooperationsbereitschaft von einem bevorzugten Partner  zu untersuchen (emotionale Einstellung).